Frauenliteratur


Unter dem Begriff Frauenliteratur wird Literatur verstanden, die für, von oder über Frauen geschrieben wurde. Ihre Anfänge hatte sie im 19. Jahrhundert, als das Frauenwahlrecht durchgesetzt wurde und Feministen daraufhin begannen, ihre Wut und Kritik über die herrschenden Stände und langwierige Unterwürfigkeit der Frauen in ihren Büchern Ausdruck zu verleihen. Heute lesen und schreiben Männer als auch Frauen gleichermaßen und sind mehr oder weniger erfolgreich mit ihren Werken.

Der Feminismus machte sich erstmals zum Ende des 19. Jahrhunderts breit, als sich immer mehr Frauen  als Autorinnen versuchten, aber in der Männerdomäne eher untergingen. Die ambitionierten Schreiberinnen wollten gerade in der Kunst und Literatur mit den Männern gleichgestellt werden und lehnten sich vermehrt gegen das bürgerliche kapitalistische System auf. Sie verachteten die Männer keineswegs, sondern respektierten ihre Werke, ihr emanzipatorisches Bestreben lag lediglich darin, ebenfalls von der Gesellschaft anerkannt und geachtet zu werden. Anfangs schienen die Frauen weniger erfolgreich zu sein und schrieben unter männlichen Pseudonymen, um überhaupt Werke veröffentlichen zu können. Die beiden berühmtesten und ersten Pseudonyme waren George Elliott und George Sand. Parallel mit der Durchsetzung des Frauenwahlrechtes erschienen erste literarische Werke auf dem Markt, die von und für Frauen verfasst wurden. Mit den Jahren machten sich viele gute Autorinnen einen großen Namen und sind aus der Literatur heute kaum mehr wegzudenken. Eine der ersten und besten Dichterinnen war Karoline von Günderode, die mit deutlicher Kritik an herrschenden Ständen nie hinter dem Berg hielt und das in ihren Werken aussprach, was viele Frauen sich nicht auszusprechen wagten. Daher wurde sie schon damals gerne gelesen.

Man sagt, dass Frauen anders schreiben als Männer und einfach besser die weibliche Lebenswelt wiedergeben können. Deswegen wird Literatur von Autorinnen auch etwas häufiger von Frauen gelesen als von Männern. Gefühle dominieren meist die Vernunft, oftmals ist eine Frau die Titelheldin des Romans, Dramas oder der Komödie. Frauen neigen zu Autobiographien und lassen den Leser so noch tiefer in das Seelenleben des Charakters eintauchen. Natürlich ist dies nicht immer der Fall und häufig ist kaum ein Unterschied zu bemerken, ob es sich bei dem Autor um eine Frau oder einen Mann handelt. Der berühmten Schriftstellerin Anna Seghers wurde einst unterstellt, sie schreibe wie ein Mann, wobei man heute nicht weiß, ob dies ein Kompliment ist oder eher nicht.


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